PLAYGROUND ART PRIZE 2026

02.Jul - 28.Aug 2026

Mit dem PLAYGROUND ART PRIZE engagieren wir uns als GALERIE VON&VON nachhaltig für die Förderung junger Nachwuchskünstler:innen und die Entwicklung innovativer künstlerischer Positionen. Die Unterstützung von Kunststudierenden ist uns ein zentrales Anliegen – aus Überzeugung und mit Blick auf die Zukunft der zeitgenössischen Kunst. Der Kunstpreis bietet Studierenden deutschsprachiger Kunsthochschulen die Möglichkeit, ihre Arbeiten erstmals im professionellen Rahmen einer Galerie zu präsentieren. Damit schaffen wir eine Plattform, die nicht nur Sichtbarkeit verleiht, sondern auch den Einstieg in den Kunstbetrieb erleichtert.

Die Preisträger:innen werden jährlich von einer unabhängigen Jury ausgewählt, die sich aus Direktor:innen und Kurator:innen renommierter Institutionen zusammensetzt. Auch in diesem Jahr konnten wir erneut eine hochkarätige Jury gewinnen: 

Angela Stief, Direktorin und Chefkuratorin für zeitgenössische Kunst ab 1945, Albertina Modern, Wien
Dr. Claudia Emmert, Intendantin, Kunstmuseum Bonn
Anna-Catharina Gebbers, Kuratorin, Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin
Benedikt Seerieder, Kurator, Museum Brandhorst, München
Dr. Daniel Zamani, Künstlerischer Direktor, Museum Frieder Burda, Baden-Baden

Herzlich gratulieren wir den diesjährigen Gewinner:innen:

1. Preis: Sophie Constanze Polheim (Hochschule für Bildende Künste Hamburg / HGB Leipzig)

2. Prieis: Lin Htet Aung (Städelschule Frankfurt)

3. Preis: Jiacheng Li (Städelschule Frankfurt)

In ihrer künstlerischen Praxis erforscht Sophie Constanze Polheim die Konstitution und Vermittlung von Bedeutung durch Material sowie die Einschreibung gesellschaftlicher Machtverhältnisse in materielle Strukturen. Material versteht sie dabei nicht als passiven Träger, sondern als aktive Instanz, die Wissensformen hervorbringt und politische, soziale oder kulturelle Prozesse mitgestaltet. Ausgehend von umfangreichen Recherchen an der Schnittstelle von Theorie und Praxis verwebt sie historische Fragmente mit zeitgenössischen, insbesondere feministischen und ökologischen Perspektiven. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur, Textil, Fotografie, Readymades und Text, die großangelegte Werkkomplexe bilden. Sie interessiert sich für Prozesse der Speicherung und Übertragung von Wissen sowie für die Frage, welche Materialien, Körper und Praktiken als Träger von Geschichte und Erkenntnis anerkannt werden. Traditionelle Techniken wie Weben oder Filzen begegnen dabei digitalen Verfahren wie 3D-Modellierung und Programmierung. Aktuelle Arbeiten widmen sich dem Textilen als Archiv und Informationsspeicher und fragen nach Leerstellen, Unsichtbarkeiten und alternativen Formen der Geschichtsschreibung.

Lin Htet Aungs Praxis untersucht die Verflechtungen von Glauben, Propaganda, Migration und politischer Macht aus der Perspektive der unteren Arbeiterklasse in Myanmar. Er erforscht die Mechanismen, durch die Informationen, Gerüchte und Ideologien zirkulieren, lange bevor diese historisch eingeordnet werden. Seine Arbeiten greifen religiöse Bildwelten, politische Narrative und alltägliche Formen des Wissens auf, um diese in Gegenerzählungen zu transformieren. Zwischen Installation, Film, Skulptur und gefundenen Materialien erforscht er, wie Bedeutung durch Übersetzung, Vermittlung und unterschiedliche Zugänge zu Information entsteht. Seit seiner Migration nach Deutschland richtet sich sein Fokus zunehmend auf die Transformation von Glauben und Identität im Exil. Digitale Reproduktionen, provisorische Materialien und verschobene Symbole fungieren dabei als Träger einer „temporären Religion“, die zwischen Erinnerung, Verlust und Anpassung oszilliert. Durch die Verbindung von Archivmaterial, religiösen Referenzen und verfremdeten Bild- und Sprachformen entstehen poetische und zugleich unheimliche Konstellationen, die Machtmechanismen, Sichtbarkeit und kollektiven Glauben kritisch hinterfragen.

In seiner künstlerischen Praxis untersucht Jiacheng Li die Rolle von Bildern bei der Konstruktion des historischen Gedächtnisses und der Vermittlung politischer Realitäten. Geprägt von Erfahrungen zwischen Südostasien, China und Europa interessiert er sich für die Verflechtungen von Identität, Migration und Zugehörigkeit sowie für die Frage, wie Geschichte durch visuelle Repräsentation geformt wird. Ausgehend von Archivfotos, frühen Filmen und mündlichen Überlieferungen konstruiert Li Szenen, in denen die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion verschwimmen. In seiner Malerei erforscht er das Bild als einen aktiven Ort, an dem Macht, Mythos und Spekulation aufeinandertreffen und Neutralität unmöglich ist. Dabei konzentriert er sich auf die Nachwirkungen kolonialer und imperialer Strukturen in der zeitgenössischen Bildkultur und in gesellschaftlichen Narrativen. Seine Arbeiten untersuchen, wie Vorstellungen von Nation, Fortschritt und kultureller Identität erzeugt, verbreitet und stabilisiert werden. Durch die Verbindung historischer Quellen mit malerischen Verschiebungen und Neuinszenierungen entstehen mehrdeutige Bildräume, die vorherrschende Erzählungen hinterfragen und alternative Lesarten eröffnen.

 

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